Neustart für den Einzelhandel

Lektion 9

Influencer-Marketing? Funktioniert! Aber anders …

Dass Prominente für bestimmte Marken werben, ist natürlich ein alter Hut. Aber wenn Influencer Ihre Produkte oder Dienstleistungen vorstellen (und damit indirekt auch die gesamte Marke dahinter), hat das eine ganz andere Qualität. Bei der neunten Lektion angekommen, ahnen Sie es schon: Es ist viel persönlicher. Aus zwei Gründen.

Erstens ist es eine Sache der Glaubwürdigkeit. Für Sie kommen nur die Influencer in Frage, die wirklich vom jeweiligen Produkt oder Service begeistert sind – und die demografisch genau die Gruppen repräsentieren, für die Ihr Produkt gemacht ist. Die richtigen Influencer können Ihre Kunden-Personas selbst repräsentieren – auf jeden Fall gilt dies aber für deren Follower.

Zweitens funktioniert Influencer-Marketing wie eine gute Unterhaltung: bidirektional. Die Follower geben unmittelbares Feedback, stellen Fragen, geben Anregungen. Das bedeutet nicht nur höchstes Engagement, sondern Sie lernen Ihre Kunden und Interessenten auch viel besser kennen. Und sie helfen Ihnen, Ihre Produkte noch besser auf deren Bedürfnisse abzustimmen.

Dieses Feedback ist ein kostenloses Plus, das Sie in dieser Qualität sonst nicht bekommen können – selbst wenn Sie teuer dafür zahlten. Und oft genug werden Sie durch die Rückmeldungen auch Ideen für neue Produkte und Upgrades bekommen – oder vielleicht für einen einfachen Farbwechsel, der die Verkaufszahlen unerwartet in die Höhe schnellen lässt.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Wenn es um Influencer geht, ist „größer“ nicht unbedingt besser für das Erreichen Ihrer Ziele. Kann es aber sein. Nano-Influencer, die nur zwischen tausend und 10.000 Anhänger haben, haben einen viel stärkeren Draht zu ihrem Publikum und interagieren oft mit jedem Follower persönlich, während die ganz Großen mit mehr als einer Million Anhängern nicht dieselbe Tiefe bieten können … aber dafür mit einem einzigen Post eine unglaubliche Reichweite bieten. Nano-Influencer verlangen oft nicht viel mehr Entlohnung als freien Zugang zu einigen Ihrer Produkte, während die Größten bis zu mehr als einer Million US-Dollar für einen einzigen Post verlangen können.

Typischerweise kostet eine Kampagne entweder mehr Arbeitszeit, um mehrere kleinere Influencer zu verwalten  –  oder ein höheres Budget, für einen der Großen der Szene. Welche Strategie für Sie die richtige ist, hängt nicht nur von Ihren Ressourcen ab, sondern in erster Linie von Ihren Zielen und der Art Ihres Produkts, etwa: Ist es hoch spezialisiert, für ein begrenztes Publikum, oder sollten Sie eine breitere Masse ansprechen?

Die Menschen verbringen durchschnittlich 2 Stunden und 22 Minuten täglich in Kanälen sozialer Medien, Tendenz steigend – und das schon ohne die speziellen Bedingungen von 2020, wie verschiedene Studien gezeigt haben. Da wird Influencer-Marketing zu einem immer wichtigeren Teil einer ganzheitlichen Daten- und Personalisierungsstrategie. Doch wie man es angeht, muss so gründlich durchdacht sein wie jeder andere Aspekt.

Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Lektion:

  • Influencer-Marketing funktioniert personalisiert und bidirektional – ein fundamentaler Unterschied zur klassischen Werbung mit Prominenten.
  • Die für Sie richtigen Influencer können die angestrebte Kunden-Persona repräsentieren; noch wichtiger ist, dass viele ihrer Anhänger dem gesuchten Profil entsprechen.
  • Follower geben Ihnen wertvolles, direktes Feedback und Verbesserungsvorschläge –  in einer Qualität und Quantität, die nicht bezahlbar wäre.
  • Größer ist nicht unbedingt besser, wenn es um Influencer geht: Diejenigen mit weniger Anhängern können für eine ganz bestimmte Zielgruppe perfekt sein –  und besonders interaktiv.

Sie wollen mehr darüber wissen, wie Personalisierung im Einzelhandel funktioniert?

Sprechen Sie mit einem Experten.